Nachhaltige/r Konsum und Produktion
Steel Hero: Wie nachhaltig ist Stahl?
Unser Hauptwerkstoff in der Rohrproduktion ist – das liegt auf der Hand – Stahl. Dieser wird größtenteils in heißen Hochöfen hergestellt, die mit Kohle befeuert werden. Das klingt erst mal nicht gerade nachhaltig. Aber wer jetzt denkt, Stahl sei automatisch ein Umweltsünder, liegt falsch. Denn es gibt einige Faktoren, die Stahl zu einem nachhaltigen Werkstoff machen – man muss nur genauer hinschauen.
Langlebigkeit:
Stahl ist robust und korrosionsbeständig – und hält dadurch oft mehrere Jahrzehnte, ohne an Qualität und Stärke zu verlieren. Je länger dabei die Nutzungsdauer, desto mehr relativiert sich die CO2-Bilanz.
Kreislaufwirtschaft:
Kreislaufwirtschaft bedeutet: Materialien möglichst lange im Umlauf halten – statt sie nach einmaligem Gebrauch zu entsorgen. Stahl ist dafür bestens geeignet. Mit einer modularen Bauweise lassen sich ganze Bauteile wiederverwenden – so wie unsere Rohre.
Grüner Stahl:
Mit modernen Produktionstechnologien lässt sich Stahl auch „grün“ herstellen, beispielsweise durch die Nutzung von Wasserstoff statt Kohle. Außerdem können Elektrolichtbogenöfen mit erneuerbarem Strom aus Schrott neuen Stahl erzeugen. Beides senkt die CO2-Emissionen der Stahlproduktion massiv.
Ressourceneffizienz:
Weniger Material, gleiche Qualität: Weil Stahl eine hohe Festigkeit bei vergleichsweise geringem Gewicht mitbringt, können wir beim Design clever optimieren – und dabei spürbar Ressourcen einsparen. Das schont nicht nur den Materialeinsatz, sondern macht unsere Produkte auch leichter und effizienter.
Gute Recyclingquote:
Rund 50 Prozent des Stahls in unseren Produkten bestehen bereits aus recyceltem Material. Mehr geht aktuell nicht, denn bei der Wiederverwertung müssen wir auf höchste Qualität achten. Um bestimmte Anforderungen zu erfüllen – etwa an Festigkeit oder Korrosionsbeständigkeit – werden Stahllegierungen mit exakt definierten Eigenschaften benötigt. Deshalb wird bei jeder Charge recycelten Stahls auch frisches Material beigemischt. Das sichert die Qualität und sorgt dafür, dass aus dem alten Material wieder etwas Neues mit langem Lebenszyklus entstehen kann.
Circular Economy – weil wir nur eine Erde haben
Wir haben nur einen Planeten – und mit dem gehen wir bei JACOB bewusst sorgsam um. Ein wichtiger Faktor ist die Circular Economy: Wir halten Ressourcen möglichst lange im Kreislauf, minimieren Abfälle und verwenden Materialien wieder. „Wir zeigen, dass zirkuläres Wirtschaften auch in unserer Branche funktioniert – und laden ein, mitzumachen“, sagt Lisa Kleemann, unsere Schnittstelle zwischen Marketing und Nachhaltigkeit, stolz.
Wegwerfen ist keine Option
Von der Materialbeschaffung bis zum Versand – wir denken den Kreislauf ganzheitlich und hinterfragen ständig, wie wir noch mehr herausholen können.
- Recycelbare Werkstoffe: Bei uns sind nahezu alle Werkstoffe recycelbar. Eine Ausnahme: Silikondichtungen, die an den Teilen angebaut sind. Hier suchen wir aktiv nach nachhaltigen Lösungen.
- Saubere Trennung: Normalstahl, Edelstahl, Kupfer und andere hochwertige Stähle werden bei uns strikt getrennt.
- Zirkularitätsprinzip: Alles, was in der Produktion als Verschnitt anfällt, führen wir direkt zurück in den Prozess – ganz im Sinne des Kreislaufwirtschaftsgesetzes. Damit möglichst wenig Abfall überhaupt entsteht, setzen wir auf intelligente Planung: Eine KI-gestützte Lösung verteilt die Schnittmuster auf den Rohmaterialplatten so effizient wie möglich – ähnlich wie beim Plätzchenausstechen.
- Regionale Partner: Um Reststoffe fachgerecht zu recyceln, arbeiten wir mit regionalen Betrieben wie Stahlankäufern und zertifizierten Unternehmen für das Abwasser zusammen.
- Paletten-Upcycling: Unsere Mitarbeitenden können Palettenholz, das im Unternehmen anfällt, kostenlos für eigene Bauprojekte verwenden.
Upcycling – von der Palette zum Schweißtisch
Wie viel Potenzial in alten Europaletten steckt, zeigen unsere mobilen Schweißtische aus upgecycelten Paletten. Entwickelt für den Macher Day und das Macher Festival, schaffen sie flexible Arbeitsplätze auf kleinstem Raum. Idee und Umsetzung kommen direkt von unseren Ausbildungsleitern und Azubis.
Alles paletti
Ausbildungsleiter und „Schweißprofi“ Gerd Berg erklärt: „Ein Arbeitsplatz besteht aus sechs Europaletten. Dazu gehören ein robuster Metalltisch mit Platz für das Schweißgerät sowie zwei Seitenwände mit Lochungen für Zubehör. Vier dieser Arbeitsplätze lassen sich zu einem Block verbinden – ideal, wenn viele Hände gleichzeitig anpacken und ausprobieren möchten.“
Runde Sache: unser Wasserkreislauf
Ob Stahl oder Wasser – egal, welches Material wir einsetzen, wir nutzen es so effizient wie möglich. In der Fertigung heißt das: Zirkularität. Denn Verantwortung endet für uns nicht beim Material, sondern fängt da erst richtig an.
Auch Wasser sehen wir als wertvolle Ressource. Und behandeln es entsprechend: Gut 30 Prozent unseres Gesamtwasserverbrauchs fließen durch die Produktion – und zwar nicht nur einmal. Dank eines eigenen Rückführsystems werden 100 Prozent des eingesetzten Produktionswassers gereinigt, aufbereitet und erneut verwendet. Das ist kein neuer Trend, sondern entspricht dem, was das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) seit 2012 fordert: Ressourcen schonen und effizienter nutzen. Für uns ist das längst Alltag – weil es einfach Sinn ergibt.
Kein Tropfen verschwendet
So viel Wasser haben wir 2024 in der Produktion eingesetzt – genau 1.444 Kubikmeter. Und zu 100 Prozent wiederverwendet. Kein Tropfen verschwendet.
Wiederverwenden statt wegwerfen
Für den innerbetrieblichen Transport setzen wir auf Mehrwegbehälter. Und nicht nur dort – auch im Austausch mit ausgewählten Lieferanten kommen sie zum Einsatz. Das Prinzip dahinter ist einfach: einmal hin, einmal zurück – ganz ohne Verpackungsmüll. Im Handelswarenbereich, etwa bei Dichtungen, nutzen wir dafür Paletten mit Holzaufsatzrahmen. Unsere Tochter EUROTUBI liefert Rohre an uns auf Umlaufgestellen – und spart so Einwegmaterialien gleich mit.
Dort, wo wir nicht ganz auf Einwegverpackungen verzichten können, setzen wir ausschließlich auf zu 100 Prozent recycelbare Materialien wie Karton, Holz oder Papier. Viele unserer Kunden verwenden sie mehrfach, sodass wir gemeinsam den Abfall reduzieren.